

Die einen haben Geld, die anderen nicht – und richtig viel Geld hat sowieso nur einer, Comic-Held Onkel Dagobert Duck. Bei allem Reichtum prägen ihn sowohl die Gier nach mehr als auch die Angst des Verlusts. Denn anders als beim Hungergefühl gibt es beim Geld keinen Sättigungspunkt; Gier schleicht sich auf leisen Sohlen ein und bleibt. Und in jeder Krise des Geldes bangen alle gemeinsam.
Die anhaltende Schulden- und Bankenkrise bestimmt unsere Gegenwart und wohl auch Zukunft. Den Finanztransaktionen und Spekulationen von Bankern oder den Schuldenbergen der Staaten sind wir jedoch nicht nur abstrakt ausgeliefert. Durch private Schulden oder auch durch Rücklagen haben wir teil an diesem Geldsystem, dem kaum noch jemand traut und mit dem sich viele hilflos ausgeliefert fühlen.
In der Inflation der 1920er Jahre in Deutschland, in der großen Depression von 1929 oder auch in der aktuellen Weltfinanzkrise zahlen viele Menschen den Preis für den Verlust der Glaubwürdigkeit des Geldes auf ganz existentielle Weise: mit Arbeitslosigkeit, dem Verlust ihrer Wohnung und mit sozialer Ausgrenzung.
Wie reagiert die Literatur auf die längst unübersichtlich gewordene Anhäufung von Finanzkrisen und dem Verlust an Vertrauen in die Finanzmärkte? Spätestens seit diesem Herbst scheint es so, als würde die Literatur Szenarien entwickeln, die uns auf der einen Seite die auf den ersten Blick so schöne Welt von Topmanagern und Vorstandsvorsitzenden nahebringt und auf der anderen vor allem auch den Auswirkungen der Finanzkrise auf die vielen Beteiligten bis in das private Leben hinein nachspürt. Was bedeutet dieser Vertrauensverlust und was macht die Krise mit dem Einzelnen?
Die 37. Literarische Woche Bremen hat dazu Autorinnen und Autoren eingeladen, die in ihren Romanen bzw. ihren Sachbüchern diesen Phänomenen nachspüren, die sozialpsychologischen Zusammenhänge aller Akteure beleuchten und letztlich die Frage nach unserem Verhältnis zum Geld aufwerfen.
Wir laden Sie herzlich zu den Veranstaltungen ein.
(Erwin Miedtke)