In ihrer Laudatio auf Brigitte Kronauer ordnete Sibylle Cramer das prämierte Werk ein als jüngste Baustein eines Erzählkunstwerks, das seinen Platz neben dem Kafkas, Thomas Manns, Musils, Arno Schmidts, Thomas Bernhards habe. Sie bezeichnete Brigitte Kronauer als einzigartige Erzählerin, deren künstlerische Arbeit von Beginn an in ein Parallelverhältnis zur ästhetischen Reflexion eingetreten sei und die im Begriff sei »im 21. Jahrhundert Quartier zu machen für die Große Erzählung, den klassischen philosophischen Roman.«
Zusammenfassend spricht die Laudatorin von Brigitte Kronauers Roman als einem Weltspiel: »Auch dieser kunstphilosophische, Legitimitätsfragen unserer Zeit erörternde Roman, der nach dem Selbstbezug und der Selbstbegründung unserer pluralistischen pragmatischen, auf den Kompromiss setzenden Gesellschaft fragt, nach unserem Möglichkeitssinn, dem Imaginären als Punkt, an dem Gemeinschaften auf sich selbst einwirken –, auch dieser große europäische Roman ist ein Weltspiel, komplementär erzählt, doppelpolig. Das leuchtend farbige Erzählgemälde einer mit der Leere konfrontierten, der Einöde des Meers gegenüberstehenden Zivilisation.«
Dokumentation der Laudatio >>