32. Literarische Woche Bremen: »Blinde Flecken«
Bremer Literaturpreis
 
 
 
Abbildung: Hans Joachim Schädlich (Foto: Victor Ströver, Bremen; © nordsign, büro für neue medien)

Hans Joachim Schädlich

Hans Joachim Schädlich, am 8.10.1935 in Reichenbach im Vogtland geboren, studierte Gemanistik in Berlin und Leipzig und promovierte mit einer Arbeit über »Die Phonologie des Ostvogtländischen« (1966). Von 1959 bis 1976 war er an der Ostberliner Akademie der Wissenschaften tätig, anschließend als freier Übersetzer. 1977 verließ er die DDR – wo er nicht veröffentlicht wurde – nachdem er wegen seines Protestes gegen die Zwangsausbürgerung Wolf Biermanns wachsenden Repressalien ausgesetzt war.
Mit dem Prosaband »Versuchte Nähe« erzielte er 1977 einen ersten großen Erfolg im Westen. 1988 Literaturpreis für Kurzprosa, Hamburg, Thomas-Dehler-Preis 1989, 1992 Johannes-Bobrowski-Medaille Berlin und Heinrich-Böll-Preis Köln.

 
Abbildung: Buchcover Hans Joachim Schädlich: Vorbei

Vorbei

Rowohlt Verlag, 2007
Aus der Jurybegründung:
»In Schädlichs Sprache, deren gestochene Klarheit den Zusammenhang von künstlerischer Produktion und sozialer Abhängigkeit seziert, wird die Gefährdung der Künstlerexistenz, ihre Randständigkeit und ihr Überlebenskampf gegen- wärtig. In gegenläufigen Erzählformen der Annäherung, der ermittelnden Rekonstruktion und der Vergegenwärtigung erweist sich die analytische Kraft seiner Sprache.«

Der Bremer Literaturpreis 2008
Der Bremer Literaturpreis wird seit 1954 verliehen; er ist aktuell mit 20.000 Euro dotiert. 1977 wurde zusätzlich ein Förderpreis eingerichtet. Das Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro stiftet seit 2004 die ÖVB Öffentliche Versicherung Bremen.
Die Überreichung beider Preise durch den Vorsitzenden des Vorstands der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung findet traditionell um den 26. Januar herum, den Geburtstag Rudolf Alexander Schröders, im Bremer Rathaus statt, in diesem Jahr am 28. Januar.

Die Preisträger 2008:
Hans Joachim Schädlich und Thomas Melle (Förderpreis)


Lesung der Preisträger
Moderation: Dr. Lothar Müller
Büchertisch: Humboldt Buchhandlung.
Eintritt frei

Sonntag, 27. Januar, 18 Uhr
Schauspielhaus Bremen, Goetheplatz 1

Verleihung der Preise
Begrüßung: Bürgermeister Jens Böhrnsen, Senator für Kultur
Laudationes: Sibylle Cramer auf Hans Joachim Schädlich,
Richard Kämmerlings auf Thomas Melle
Musik: Gero John, Cello und Matthias Schinkopf, Saxophon
Büchertisch: Buch- und Kunsthandlung Franz Leuwer
Eintritt frei
Gruppen melden sich bitte an unter: 0421-3614708
(Stadtbibliothek/Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)

Montag, 28. Januar, 12 Uhr
Obere Halle im Alten Rathaus, Am Markt

Thomas Melle
Thomas Melle, 1975 in Bonn geboren, lebt in Berlin. Studium der Komparatistik und Philosophie in Tübingen, Austin (Texas) und Berlin. Für seine Übersetzung von William T. Vollmanns Roman »Huren für Gloria«, die zugleich seine komparatistische Magisterarbeit darstellte, wurde er für den Leipziger Buchpreis in der Kategorie Übersetzung nominiert. Raumforderung ist Thomas Melles Debüt.


Abbildung: Thomas Melle (Foto: Victor Ströver, Bremen; © nordsign, büro für neue medien)
Raumforderung
Suhrkamp Verlag, 2007
Aus der Jurybegründung:
»In seinem Debüt erkundet er mit großem sprachlichen Furor, der Gabe kühler Beobachtung und vitaler Lust am Experiment die gegenwärtigen Möglichkeiten der Kurzgeschichte. Er schreibt auf Augenhöhe mit den technischen Medien und reagiert mit erzählerischen Mitteln auf die Herausforderung der Literatur durch das Internet. Mit der Sprach- und Bewusstseinskrise macht er zentrale Themen der Moderne auf originelle Weise erneut fruchtbar.«



Abbildung: Buchcover Thomas Melle: Raumforderung